Gudrun Emmert, Anne Haring – Materialprobe

23. März 2025 -
20. April 2025
Karte-Vorne
Begrüßung: Dr. Karina Esmailzadeh
Einführung: Künstlergespräch

Beschreibung / Künstlerisches Statement

Anne Haring

In meinen Arbeiten thematisiere ich die figürliche Plastik, in dem ich sie ihrer anatomischen Abbildhaftigkeit und ihren narrativen Eigenschaften entkleide. Darin entwickelt sich für mich ein rein körperliches und damit räumliches Verständnis der figürlichen Plastik. Die reine Körperlichkeit einer figürlichen Plastik stelle ich ins Zentrum des Arbeitsprozesses. In diesem suche ich nach der darstellbaren Qualität eines Körpers als einen sich abgrenzenden Gegenstand im Raum. Diese Formgrenze macht den Körper aus, seine Spannung, seine Existenz. Die Oberfläche als Grenze zwischen einem Körperinneren und dem Außen spürbar zu machen, lässt Hüllen entstehen, die auf eine Abwesenheit verweisen. Die Hülle - die Quasi-Grenze - als eigenständige Qualität!

Mit verschiedenen Materialien wie Plastiktüten, Plastikfolien, Stoffen Sperrholz, Zellstoff entwickele ich plastische Körper, in dem ich sie abforme, verforme, ausstopfe, nähe, schneide. Der Arbeitsprozess ist bestimmt durch die Anspannung, dem entstehenden plastischen Körper seine Widerständigkeit abzuverlangen.

Gudrun Emmert

Eine malerische Forschungsreise in die Grenzregion zwischen Abstraktion und Form.

Ich will herausfinden, wo die Grenze verläuft.

In meiner Malerei sind figurative Elemente zu finden, die sich jedoch einer eindeutigen Definition entziehen. Der eigentliche Bildgegenstand ist das Ungewisse. Dabei gilt mein Hauptinteresse dem Malvorgang selbst: Mich interessiert, was sich mit Farbe machen lässt. Denn erst, wenn die malerische Sprache sich von der gesprochenen oder gedachten frei gemacht hat, werden die Bilder lebendig.

Trotzdem brauche ich die Form, sie gibt der Farbe Halt. Wichtig ist dabei, zu erkennen, wann ein Ding zu einem eindeutigen Gegenstand wird, wann sich eine Pinselspur zu einem Objekt verdichtet, das man erkennen und benennen kann. Diese Linie soll nicht überschritten werden, weil sonst das Bild unzulänglich hinter der Realität herlaufen würde. Ein Bild muss sein Geheimnis bewahren.

Die Bilder sind teilweise sehr nah an der Form, teilweise aber auch weit weg davon. Ich präsentiere die Arbeiten als Einzelbilder, füge sie aber auch als Fries zusammen und gehe damit installativ auf die räumliche Situation ein. Ältere und neuere Arbeiten können sich dabei vermischen.