Forum für Kunst und Kultur
Herzogenrath e.V.

Tumult

Michael Heckert, Kemnitz-Rappenhagen

29. May 2022 bis

25. June 2022

Meine Malerei wurde zu Beginn meiner Karriere beeinflusst vom Amerikanischen Abstrakten Expressionismus, von Malern wie Willem DeKooning, Jackson Pollock, Franz Klein usw. Besonders DeKoonigs „Women“ Bilder prägten minen Stil maßgeblich, da seine künstlerische Intention ebenfalls das „Weibliche“ ist. Nach dem Studium der freien Kunst an der HBK Braunschweig hatte ich dann frühe Erfolge im Köln der 1980er Jahre. In Zeiten der „Neuen Wilden“- Malerei entwickelte ich aber dennoch stilistische Neuerungen. Ich war zwar kein „Wilder“ , hatte auch nicht deren Radikalität, die alles bisher Dagewesene infrage stellte. Dennoch halte ich meine damalige Malerei durchaus für furios. Es ging um meinen Traum, DeKooning zu überwinden und eine eigene Form in der Malerei für seine Visionen zu finden. Dies gelang dann auch schnell. Die Formerfindungen in den 1990er Jahren waren völlig neu und zeigten eine dezidiert abstrakte, metaphysische Form des Weiblichen. In den 2000er Jahren lebte ich auf Haiti. Diese völlig andere kulturelle Umgebung inspirierte mich weiter. Nicht so sehr die dortige Malerei, die stark vom Voodoo beeinflusst ist, sondern eher die Landschaft, die Sonne und die Farben dieser so armen Insel. Zum Bruch in meiner Malerei kam es dann durch das Erdbeben 2010. Diese Erfahrung veränderte meine Kunst. Ich entschloss sich, meine Malerei mit der Fotografie zu verbinden, die Dynamik des Fotos mit der Farbe zu überhöhen. Inspiriert wurde ich dabei sowohl von Arnulf Rainer, der schon sehr früh Fotos übermalte, als natürlich auch von Gerhard Richter.

© Hardy Kleidt